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Projektsteckbrief: Lese-Rechtschreib-Kompetenzen

Systematische Erhebung und Förderung von Lese-Rechtschreib-Kompetenzen (LeReKo)

Hintergrund

Auffällig viele Kinder im Grundschulalter verfügen nur über geringe Fähigkeiten beim Lesen und Schreiben. 20 bis 25 Prozent  aller Schüler haben eine Problematik beim Erwerb des Lesens und Schreibens. Bei drei bis zehn Prozent wird eine starke und dauerhaft anhaltende Problematik (Lese-Rechtschreib-Schwäche) bis ins Erwachsenenalter diagnostiziert. Für die Betroffenen hat diese Situation erhebliche Auswirkungen auf ihren Bildungsverlauf und das Erwerbsleben. Fehlende Lese- und Rechtschreibkompetenzen leisten vermutlich einen Beitrag dazu, dass vier bis sieben Prozent der Schüler die Pflichtschulzeit ohne Schulabschluss beenden und Barrieren für den Eintritt in den Arbeitsmarkt kaum zu überwinden sind.
Vielfach werden die Schüler, die eine systematische Förderung benötigen, nicht (oder nicht früh genug) identifiziert, da sie Verhaltensweisen entwickeln, um mit ihrer Schwäche nicht aufzufallen.
Oft können sich anbahnende Schwierigkeiten im Erwerb von Lese- und Rechtschreib-Kompetenzen schon frühzeitig diagnostiziert werden. Bei einer entsprechenden Förderung entwickeln sich die Lese- und Rechtschreibkompetenzen der meisten Kinder positiv. Daher hat eine flächendeckende Diagnose und Förderung der Lese-Rechtschreib-Kompetenzen eine hohe Relevanz für die erfolgreiche Bewältigung der Schullaufbahn und für das gesamte Berufsleben der Betroffenen.

Entwicklungen

Mit Beginn des Schuljahres 2018/19 wurden acht Grundschulen für eine Erprobung des Konzepts ausgewählt. In 2019 nehmen zwei Lehrkräfte und die Schulleitungen der ausgewählten Schulen an insgesamt fünf Qualifizierungen teil. Die Fortbildungen beinhalten u. a. die Bereiche Diagnostik, die Entwicklung von Förderkonzepten, die Beratung von Eltern auf Grundlage der Schulvorschriften. Zudem sollen die Schulen eine Unterstützung bei der Entwicklung eines systematischen, flächendeckenden und schulspezifischen Lese-Rechtschreib-Konzepts, das alle Jahrgangsstufen umfasst, erhalten.
Am Ende der Qualifizierungsreihe sollen die Lehrkräfte in der Lage sein, die individuelle Förderung der Lese-Rechtschreib- Kompetenzen in ihrem Unterricht oder in Fördergruppen systematisch umzusetzen.
In diesem Zusammenhang sollen sie die Lese-Rechtschreib-Kompetenzen aller Schüler diagnostisch erheben und auf der Grundlage der Ergebnisse die individuelle Förderung der Schüler planen und umsetzen. In Abstimmung mit der Schulleitung und gemeinsam mit dem Kollegium soll ein ganzheitliches Lese-Rechtschreib-Konzept entwickelt werden, das von der gesamten Schule mitgetragen und in allen Klassen und Jahrgangsstufen umgesetzt wird. Die Qualifizierungen und Unterstützungsangebote des Projekts sollen stufenweise auf alle Grundschulen im Stadtgebiet ausgeweitet werden.
Die zeitgleich erfolgende Evaluation der Qualifizierungen hat bereits dazu geführt, dass Inhalte und Methoden weiterentwickelt wurden.

»Die Teilnahme am Projekt gibt unserer Schule die Möglichkeit, gemeinsam mit dem  gesam­ten Kollegium verbindliche Förderstandards in den Bereichen Lesen und Recht­ schreiben zu entwickeln und zu vereinbaren, sodass die Schüler aller Klassen gleichermaßen davon profitieren.«
(Martina Dittmar, Schulleiterin der Grundschule Windflöte in Bielefeld)

Projekt

Systematische Erhebung und Förderung von Lese-Rechtschreib-Kompetenzen (LeReKo)

Zielgruppe

Alle Schüler aus acht Grundschulen in der Stadt Bielefeld

Projektziel

• Möglichst alle Schüler sind am Ende ihrer Grundschulzeit lese-rechtschreibkompetent.

• Die tatsächlichen Lese-Rechtschreib-Kompetenzen werden kontinuierlich ermittelt.

• Die Grundschulen verfügen über ein ganzheitliches Förderkonzept, das sie in allen Klassen umsetzen.

• Lehrkräfte und Schulleitungen werden für die Förderung der Lese-Rechtschreib-Kompetenzen qualifiziert.

Standorte

Stadt Bielefeld

Projektlaufzeit

Fördermittel

260.000

Projektpartner

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