Projektsteckbrief

Lese-Rechtschreib-Kompetenzen

Grundschule | Individuell fördern

Projektsteckbrief

Lese-Rechtschreib-Kompetenzen

Grundschule | Individuell fördern

Systematische Erhebung und Förderung von Lese-Rechtschreib-Kompetenzen (LeReKo)

Ziele

  • Möglichst alle Schüler*innen sind am Ende ihrer Grundschulzeit lese-rechtschreibkompetent.
  • Die tatsächlichen Lese-Rechtschreib-Kompetenzen werden kontinuierlich ermittelt.
  • Die Grundschulen verfügen über ein ganzheitliches Förderkonzept, das sie in allen Klassen umsetzen.
  • Lehrkräfte/Schulleitungen werden für die Förderung der Lese-Rechtschreib-Kompetenzen qualifiziert.
  • In den kommenden Jahren sollen alle Grundschulen im Stadtgebiet stufenweise teilnehmen können.

Entwicklungen

Mit Beginn des Schuljahres 2018/19 wurden acht Grundschulen für eine Erprobung des Konzepts ausgewählt. In jedem Jahr nehmen zwei Lehrkräfte der ausgewählten Schulen an insgesamt fünf Qualifizierungen teil. Die Fortbildungen beinhalten u. a. die Bereiche Diagnostik, Entwicklung von Förderkonzepten, Beratung von Eltern auf Grundlage der Schulvorschriften. Zudem sollen die Schulen eine Unterstützung bei der Entwicklung eines systematischen, flächendeckenden und schulspezifischen Lese-Rechtschreib-Konzepts erhalten, das alle Jahrgangsstufen umfasst.

Am Ende der Qualifizierungsreihe sollen die Lehrkräfte die individuelle Förderung der Lese-Rechtschreib-Kompetenzen in ihrem Unterricht oder in Fördergruppen systematisch umsetzen. Sie erheben die Lese-Rechtschreib-Kompetenzen aller Schülerinnen und Schüler und planen auf dieser Grundlage deren individuelle Förderung. In Abstimmung mit der Schulleitung und gemeinsam mit dem Kollegium soll ein ganzheitliches Lese-Rechtschreib-Konzept entwickelt werden, das in allen Klassen und Jahrgangsstufen umgesetzt wird. Die Qualifizierungen und Unterstützungsangebote des Projekts sollen stufenweise auf alle Grundschulen im Stadtgebiet ausgeweitet werden.Die konstruktive Zusammenarbeit in der Erprobungsphase hat die Projektpartner bestärkt, das Projekt bis 2024 zu verlängern.

„Die Teilnehmer*innen lernen im Rahmen des Projekts diagnostische Verfahren und Fördermethoden kennen, die sich als besonders effektiv erwiesen haben.

Projektbegleitend wird in Abstimmung mit der Schulleitung und dem gesamten Kollegium ein ganzheitliches schulisches Lese-und Rechtschreibkonzept erarbeitet, in dessen Mittelpunkt die fortschreitende individuelle Lese-und Rechtschreibförderung der Grundschulkinder in allen Jahrgängen steht.“

(Gitta Trachte, Schulaufsicht für die Grundschulen in der Stadt Bielefeld)

Eine flächendeckende Diagnose und Förderung der Lese-Rechtschreib-Kompetenzen hat eine hohe Bedeutung für den Schulerfolg und das Berufsleben der Betroffenen.

Oft können die sich anbahnenden Schwierigkeiten im Erwerb von Lese- und Schreibkompetenzen frühzeitig diagnostiziert werden. Bei einer entsprechenden Förderung entwickeln sich die Lese- und Schreibkompetenzen der meisten Kinder positiv.

Noch gibt es allerdings auffällig viele Kinder im Grundschulalter, die über keine oder nur geringe Fähigkeiten beim Lesen und Schreiben verfügen.

20 bis 25 Prozent aller Schüler*innen haben große Schwierigkeiten beim Erwerb des Lesens und Schreibens. Bei drei bis zehn Prozent wird eine Lese-Rechtschreib-Schwäche bis ins Erwachsenenalter diagnostiziert.

Für die Betroffenen hat diese Situation erhebliche Auswirkungen auf ihren Bildungsverlauf und das Erwerbsleben. Fehlende Lese- und Rechtschreibkompetenzen leisten einen Beitrag dazu, dass vier bis sieben Prozent der Schüler*innen die Pflichtschulzeit ohne Schulabschluss beenden. Die Barrieren für den Eintritt in das Arbeitsleben sind dann sehr hoch. Vielfach werden die Schüler*innen, die eine systematische Förderung benötigen, nicht (oder nicht früh genug) identifiziert, da sie Verhaltensweisen entwickeln, um mit ihrer Schwäche nicht aufzufallen.

Alle Schüler*innen aus acht Grundschulen in der Stadt Bielefeld.

Stadt Bielefeld

September 2018 – Dezember 2024

Kontakt

Dr. Oliver Vorndran

Senior Projektmanager

(05241) 80 82006

Oliver.Vorndran(at)reinhard-mohn-stiftung.de