Eltern diskutieren mit Fachleuten über das Projekt Gemeinsames Erziehungskonzept
Eltern im Dialog zum Projekt Gemeinsames Erziehungskonzept
Drei Eltern im Austausch zum Projekt Gemeinsames Erziehungskonzept

  • Grundschule
  • Eltern beteiligen

Projektsteckbrief: Gemeinsam Erziehen in Elternhaus und Grundschule

Hintergrund

Der Bildungs- und Erziehungsauftrag von Schulen und die damit verbundene notwendige Zusammenarbeit zwischen Grundschulen und Eltern von Grundschulkindern haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Dabei geht es nicht nur um organisatorische Fragen des Schulalltags. Da der Bildungserfolg zum Großteil von den Elternhäusern abhängt, ist es für die Kinder entscheidend, wie sich Eltern und Schulen verständigen und abstimmen, damit die (jeweils) individuelle Förderung gelingt.
Zudem lernen Grundschulkinder dann besonders gut und nachhaltig, wenn sie an den Inhalten interessiert sind und sie zu ihnen eine persönliche Beziehung aufbauen können. Daher ist das Lernen in Beziehungen Voraussetzung für erfolgreiche Bildungsbiographien in der Grundschule. Elternhaus und Schule sind hier gleichermaßen gefordert.
Genau hier setzt das Projekt Gemeinsam erziehen in Elternhaus und Grundschule (GEEG) an, welches seit 2011 an vielen Grundschulen des Kreises Gütersloh und der Stadt Bielefeld umgesetzt wird und bei einigen bereits fester Bestandteil des Schulprogramms geworden ist. Ziel der gemeinsamen Arbeit der multiprofessionellen Teams an den am GEEG-Projekt beteiligten Schulen ist es, ein abgestimmtes Konzept von pädagogischer Elternarbeit zu entwickeln. So sollen pädagogische Inhalte besser transportiert werden, um die Beziehung zwischen Schule, Eltern und Kindern stetig zu verbessern.

Entwicklungen

Seit Beginn des GEEG-Projekts wurden insgesamt 290 Lehrkräfte und Pädagogen von 40 Grundschulen im Kreis Gütersloh und in der Stadt Bielefeld fortgebildet. Sie nahmen an einer fünftägigen Fortbildung teil, die zweimal jährlich durchgeführt wurde. 2016 wurden 29 Pädagogen geschult. Sie befähigt die Teilnehmer zum professionellen Umgang mit Eltern, um diese als Bildungspartner ihrer Kinder zu gewinnen und zu unterstützen. Die Fortbildung erfreut sich hoher Nachfrage über die gesamte Projektlaufzeit hinweg.
Im Jahr 2016 wurde die ursprüngliche Zielgruppe der Lehrkräfte um Mitarbeiter des Ganztags, Schulsozialarbeiter und Sonderpädagogen erweitert. Gründe dafür sind einerseits der Wunsch der Schulen, als multiprofessionelles Team gemeinsam ein abgestimmtes Konzept zu entwickeln, und anderseits der gestiegene Anteil an Kindern in Offenen Ganztagsschulen (OGS) und die Umsetzung der Inklusion. Diese Erweiterung der Zielgruppe für die Fortbildung kann eine Schule gesamtheitlich in die Lage versetzen, pädagogische Elternarbeit in Form von Elternkursen, Elterncafés und pädagogischen Elternabenden zu leisten und sich dabei gegenseitig zu unterstützen.
In der fünftägigen, schulexternen Fortbildung setzen sich Lehrkräfte und Mitarbeiter unterschiedlicher Professionen mit ihrem eigenen Bild von Erziehung und dem schuleigenen Erziehungskonzept auseinander. Sie entwickeln Maßnahmen für eine pädagogische Elternarbeit, die Familien unterstützt und das Beziehungslernen in ihrer Schule stärkt.
Diese Maßnahmen werden in die multiprofessionellen Teams jeder teilnehmenden Schule transportiert. Sie unterstützen dort die schulinterne Weiterentwicklung eines gemeinsamen Erziehungskonzepts zwischen Elternhaus und Schule. Dabei stehen die Themen Beziehungslernen, wertschätzende Kommunikation und grenzachtende Schulkultur im Zentrum der Diskussion.
Dieses Vorgehen in der Fortbildung qualifiziert die Teilnehmer dazu, u. a. Elternkurse, Elterncafés oder pädagogische Elternabende eigenständig in den Schulen umzusetzen. Schule und Eltern rücken so näher zusammen. Das hat oftmals einen positiven Einfluss auf das Schulklima. Durch die gemeinsame Teilnahme verschiedener Professionen einer Schule verändert sich auch die Zusammenarbeit innerhalb des ganzen Kollegiums in der Schule.  
Langfristig bietet die Reinhard Mohn Stiftung allen teilnehmenden Grundschulen schulinterne Fortbildungen und Prozessbegleitung an.

Im Jahr 2016 hat eine Evaluation des Projekts stattgefunden, bei der alle teilnehmenden Schulen im Kreis Gütersloh und in der Stadt Bielefeld befragt wurden. Die hieraus abgeleiteten Ergebnisse, wie z. B. Aufgreifen zusätzlicher Themen in den Fortbildungen und Entwicklung von Maßnahmen für Schulleitungen, fließen aktuell in die Fortbildungen mit ein.

Arbeitsschwerpunkt für das Jahr 2017 ist die Intensivierung und Fortführung der Betreuung der einzelnen Schulen durch die Reinhard Mohn Stiftung in Zusammenarbeit mit den Schulämtern Gütersloh und Bielefeld. Des Weiteren sollen regelmäßige Netzwerktreffen mit Lehrkräften und Pädagogen verschiedener Schulen und schulinterne Fortbildungsangebote stattfinden. Die bereits angelaufenen Netzwerktreffen tragen dazu bei, dass die Schulen voneinander lernen können und die Fortbildung immer wieder neue inhaltliche Impulse bekommt.

Projekt

Gemeinsam Erziehen in Elternhaus und Grundschule (GEEG)

Zielgruppe

Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter, Mitarbeiter des Ganztags, Sonder- und Sozialpädagogen an Gütersloher und Bielefelder Grundschulen

Projektziel

• Lehrkräfte und Mitarbeiter im Ganztag der Grundschulen entwickeln ihr schuleigenes Erziehungskonzept weiter. Sie nehmen die Eltern als wichtige Beziehungspersonen wahr, die sie wertschätzen und professionell unterstützen.

• Die teilnehmenden Schulen entwickeln und etablieren ein eigenes Konzept zur pädagogischen Elternarbeit.

• Eltern werden von den Schulen in ihrer Erziehungsarbeit unterstützt und erkennen die Bedeutung der Beziehungsarbeit für die Lernprozesse ihrer Kinder.

• Die Grundschulkinder werden in ihren Entwicklungs- und Lernprozessen von ihren Eltern, Lehrkräften und den Mitarbeitern im Ganztag professionell unterstützt.

Standorte

Kreis Gütersloh und Stadt Bielefeld

Projektlaufzeit

Fördermittel

206.100 Euro

Projektpartner

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