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Projektsteckbrief: Gemeinsam Erziehen in Elternhaus und Grundschule

Hintergrund

Der Bildungs- und Erziehungsauftrag von Schulen und die damit verbundene notwendige Zusammenarbeit zwischen Grundschulen und Elternhäusern haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen.
Dabei geht es nicht nur um organisatorische Fragen des Schulalltags. Da der Bildungserfolg zum Großteil von den Elternhäusern abhängt, ist es für die Kinder entscheidend, wie sich Eltern und Schulen verständigen und abstimmen, damit die individuelle Förderung gelingt.
Grundschulkinder lernen dann besonders gut und nachhaltig, wenn sie an den Inhalten interessiert sind und sie zu diesen eine persönliche Beziehung aufbauen können.
Daher ist das Lernen in Beziehungen Voraussetzung für erfolgreiche Bildungsbiographien in der Grundschule. Elternhaus und Schule sind hier gleichermaßen gefordert.
Genau hier setzt das Projekt Gemeinsam erziehen in Elternhaus und Grundschule (GEEG) an, das seit 2011 an vielen Grundschulen des Kreises Gütersloh und der Stadt Bielefeld umgesetzt wird und bei einigen bereits fester Bestandteil des Schulprogramms geworden ist. Ziel der gemeinsamen Arbeit der multiprofessionellen Teams an den am GEEG-Projekt beteiligten Schulen ist es, ein abgestimmtes Konzept von pädagogischer Elternarbeit zu entwickeln. So sollen pädagogische Inhalte besser transportiert werden, um die Beziehung zwischen Schule, Eltern und Kindern stetig zu verbessern. Dieser Ansicht ist auch Diane Külker, Mutter von zwei Zwillingen an der Grundschule Am Bühlbusch in Verl: »GEEG ermöglicht auch uns Eltern, den schulischen Bildungsweg unserer Kinder von Anfang an optimal zu unterstützen. Die Familien werden aus der Kita abgeholt und in den Lebens- und Lernort Schule eingeführt und aufgenommen. Von der vertrauens- und respektvollen Zusammenarbeit zwischen den Teams der Schule und den Eltern profitieren alle, insbesondere unsere Kinder, die individuell gefördert und gestärkt werden.«

Entwicklungen

Seit Beginn des GEEG-Projekts wurden über 300 Grundschullehrkräfte und Pädagogen im Kreis Gütersloh und in der Stadt Bielefeld fortgebildet. Sie alle nahmen an einer fünftägigen Fortbildung teil. Die Fortbildung wurde zweimal jährlich durchgeführt und befähigt die Teilnehmer zum professionellen Umgang mit Eltern, um sie als Bildungspartner ihrer Kinder zu gewinnen und zu unterstützen. Die Fortbildung
erfreut sich über die gesamte Projektlaufzeit hinweg  einer  hohen Nachfrage.
Die Schulen, die sich bereits länger im Projekt befinden, können kontinuierlich weitere Lehrkräfte und Mitarbeiter zu den Fortbildungen anmelden. So soll es gelingen, die langfristige Umsetzung des Projekts in den Schulen zu sichern.
Ab dem Jahr 2018 haben fast ausschließlich sogenannte Tandems an der Fortbildung teilgenommen. Die Tandems bestehen jeweils aus einer Lehrkraft und einem weiteren Mitglied des pädagogischen Personals, z. B. aus offener Ganztagsschule (OGS) oder Schulsozialarbeit. Das Konstrukt des Tandems soll die Schulen darin unterstützen, deren multiprofessionelle Kompetenzen zu nutzen. Dies geschieht, indem sie z. B. in den Fortbildungen die Elternarbeit in ihrer Schule reflektieren. Außerdem tauschen sie sich mit Vertretern anderer Schulen zu deren Erziehungskonzepten aus. Die so geförderte Zusammenarbeit im Tandem führt in der eigenen Schule zu einem ganzheitlichen Blick auf das Erziehungskonzept, auf die Schulkinder und deren jeweiliges Lebensumfeld.
Ab 2018 nahmen Schulentwicklungsprozesse in den Fortbildungen einen größeren Raum ein. Beispielsweise haben die Teilnehmer für ihre Schule Ziele für das Erziehungskonzept formuliert, mit den bereits vorhandenen abgeglichen oder gemeinsam geplant, wie sie die gelernten Inhalte in die Schule transportieren können.
Im Nachgang zu der Fortbildung wurden den Schulen schulinterne Fortbildungen zur Vertiefung der Themen »zielführende Elterngespräche«, »Elternarbeit im multiprofessionellen Team« und dem schuleigenen »Erziehungskonzept« angeboten. Dieses Angebot wurde von den Schulen angefragt und durchgeführt. Die Anmeldung zur schulinternen Lehrerfortbildung (SchiLF) erfolgte seit diesem Jahr über die Kompetenzteams Gütersloh und Bielefeld.

Alle Projektschulen sind weiterhin durch die Teilnehmer an den Fortbildungen über die aktuellen Entwicklungen informiert worden.
Zusätzlich besteht für alle Schulen das Angebot, sich mit ihren Schulleitungen und Steuerungsgruppenmitgliedern in kleineren Arbeitsgruppen zu treffen. In diesem Format erfolgt dann eine schulspezifische Beratung zur Verbindung von Elternarbeit und Schulentwicklung.

»Elternarbeit ist Beziehungsarbeit. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und den multiprofessionellen Teams in Schule bietet die Chance, das gemeinsame Lernen zu fördern und im Hinblick auf das Kind positiv zu gestalten. GEEG öffnet Türen zum Haus Schule und bereitet den Weg für das soziale Lernen, das sich über die Schule hinaus auf das tägliche Leben der Kinder in ihren Familien auswirken kann.«
(Kai Braddick, Sozialpädagoge)

Projekt

Gemeinsam Erziehen in Elternhaus und Grundschule (GEEG)

Zielgruppe

Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter, Mitarbeiter des Ganztags, Sonder- und Sozialpädagogen an Grundschulen des Kreises Gütersloh und der Stadt Bielefeld

Projektziel

• Lehrkräfte und Mitarbeiter im Ganztag der Grundschulen entwickeln ihr schuleigenes Erziehungskonzept weiter. Sie nehmen die Eltern als wichtige Beziehungspersonen wahr, die sie wertschätzen und professionell unterstützen.

• Sie trainieren die Kommunikation mit Eltern auf Augenhöhe.

• Die teilnehmenden Schulen entwickeln und etablieren ein Konzept zur pädagogischen Elternarbeit.

• Eltern werden von den Schulen in ihrer Erziehungsarbeit unterstützt und erkennen die Bedeutung der Beziehungsarbeit für die Lernprozesse ihrer Kinder.

• Die Grundschulkinder werden in ihren Entwicklungs- und Lernprozessen von ihren Eltern, Lehrkräften und den Mitarbeitern im Ganztag professionell unterstützt.

Standorte

Kreis Gütersloh und Stadt Bielefeld

Projektlaufzeit

Fördermittel

231.140 Euro

Projektpartner

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