Eltern diskutieren mit Fachleuten über das Projekt Gemeinsames Erziehungskonzept
Eltern im Dialog zum Projekt Gemeinsames Erziehungskonzept
Drei Eltern im Austausch zum Projekt Gemeinsames Erziehungskonzept

  • Grundschule
  • Eltern beteiligen

Projektsteckbrief: Gemeinsam Erziehen in Elternhaus und Grundschule

Hintergrund

Der Bildungs- und Erziehungsauftrag von Schulen und die damit verbundene notwendige Zusammenarbeit zwischen Grundschulen und Eltern von Grundschulkindern haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Dabei geht es nicht nur um organisatorische Fragen des Schulalltags. Da der Bildungserfolg zum Großteil von den Elternhäusern abhängt, ist es für die Kinder entscheidend, wie sich Eltern und Schulen verständigen und abstimmen, damit die (jeweils) individuelle Förderung gelingt.

Zudem lernen Grundschulkinder dann besonders gut und nachhaltig, wenn sie an den Inhalten interessiert sind und sie zu ihnen eine persönliche Beziehung aufbauen können. Daher ist das Lernen in Beziehungen Voraussetzung für erfolgreiche Bildungsbiographien in der Grundschule. Elternhaus und Schule sind hier gleichermaßen gefordert. 

Genau hier setzt das Projekt Gemeinsam Erziehen in Elternhaus und Grundschule (GEEG) an, welches seit 2011 an vielen Grundschulen des Kreises Gütersloh und der Stadt Bielefeld umgesetzt wird und bei einigen bereits fester Bestandteil des Schulprogramms geworden ist. Ziel der gemeinsamen Arbeit der multiprofessionellen Teams an den am GEEG-Projekt beteiligten Schulen ist es, ein abgestimmtes Konzept von pädagogischer Elternarbeit zu entwickeln. So sollen pädagogische Inhalte besser transportiert werden, um die Beziehung zwischen Schule, Eltern und Kindern stetig zu verbessern. 

Entwicklungen

Seit Beginn des GEEG-Projekts wurden insgesamt 301 Lehrkräfte und Pädagogen von 46 Grundschulen im Kreis Gütersloh und in der Stadt Bielefeld fortgebildet. Sie nahmen an einer fünftägigen Fortbildung teil, die zweimal jährlich durchgeführt wurde. 2017 wurden 35 Pädagogen geschult. Sie unterstützt die Teilnehmer beim professionellen Umgang mit Eltern, um diese als Bildungspartner ihrer Kinder zu gewinnen. Die Fortbildung erfreut sich hoher Nachfrage über die gesamte Projektlaufzeit hinweg.

Wie im letzten Jahr geplant, nehmen inzwischen verstärkt sogenannte „Tandems“ an den fünftägigen Fortbildungen teil, die jeweils aus einer Lehrkraft und einem weiteren Mitarbeiter aus dem Offenen Ganztag, der Schulsozialarbeit oder sonstigem pädagogischen Personal bestehen. Die dadurch geförderte multiprofessionelle Zusammenarbeit führt in den Schulen zu einem ganzheitlichen Blick auf das Schulkind und sein Lebensumfeld. Die von einer Schule gesendeten Teilnehmer der Fortbildung setzen sich Ziele für die eigene Schule und tragen das Konzept in das Kollegium. Die Erweiterung der Zielgruppe für die Fortbildung kann eine Schule gesamtheitlich in die Lage versetzen, pädagogische Elternarbeit in Form von Elternkursen, Elterncafés und pädagogischen Elternabenden zu leisten und sich dabei gegenseitig zu unterstützen. 

Einige Schulen haben sich dann in einer schulinternen Fortbildung weiter mit dem Thema „Elternarbeit“ beschäftigt. Im Fokus stehen dabei neben der Entwicklung eines schuleigenen Erziehungskonzepts die Elternarbeit auf Augenhöhe, die eine offene Kommunikation, Wertschätzung und empathische Umgangsformen erfordert. Daher haben sich die Teilnehmer nicht nur dazu entschlossen, weiterhin pädagogische Elternabende, -kurse oder -cafés anzubieten, sondern auch ihre Form der Elterngespräche zu verändern und die Eltern als Erziehungspartner stärker mitzunehmen.

Das hat oftmals einen positiven Einfluss auf das Schulklima. Durch die gemeinsame Teilnahme verschiedener Professionen einer Schule verändert sich auch die Zusammenarbeit innerhalb des ganzen Kollegiums in der Schule.  

Langfristig bietet die Reinhard Mohn Stiftung allen teilnehmenden Grundschulen schulinterne Fortbildungen und Prozessbegleitung an.

Die im Jahr 2016 durchgeführte Evaluation ist weiterhin Grundlage für die Weiterentwicklung des Projekts. 

Arbeitsschwerpunkt für das Jahr 2018 ist die Intensivierung und Fortführung der Betreuung der einzelnen Schulen durch die Reinhard Mohn Stiftung in Zusammenarbeit mit den Schulämtern Gütersloh und Bielefeld. Des Weiteren findet einmal jährlich ein Netzwerktreffen mit Lehrkräften und Pädagogen verschiedener Schulen statt. Hier werden aktuelle Entwicklungen und Standards des Projekts diskutiert und die Teilnehmer erhalten neue Inputs für ihre Elternarbeit. Die bereits durchgeführten Netzwerktreffen tragen dazu bei, dass sich die Schulen austauschen und voneinander lernen können. 

„GEEG bietet die Chance für Schule und Elternhaus ins Gespräch zu kommen und sich über Erziehungsziele zu verständigen. Wichtig ist die Vernetzung von Elternhaus, Unterricht, Schulleben und Offenem Ganztag im Sinne einer Bildungs- und Erziehungspartnerschaft, um die Bildungschancen der Schülerinnen und Schüler zu erhöhen und den Bildungserfolg zu steigern.“

(Claudia Fischer, Schulleiterin der Osningschule, Bielefeld)

Projekt

Gemeinsam Erziehen in Elternhaus und Grundschule (GEEG)

Zielgruppe

Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter, Mitarbeiter des Ganztags, Sonder- und Sozialpädagogen an Grundschulen des Kreises Gütersloh und der Stadt Bielefeld

Projektziel

• Lehrkräfte und Mitarbeiter im Ganztag der Grundschulen entwickeln ihr schuleigenes Erziehungskonzept weiter. Sie nehmen die Eltern als wichtige Beziehungspersonen wahr, die sie wertschätzen und professionell unterstützen.

• Kommunikation mit Eltern auf Augenhöhe trainieren und ein schuleigenes Konzept für die Schule entwickeln.

• Die teilnehmenden Schulen entwickeln und etablieren ein eigenes Konzept zur pädagogischen Elternarbeit.

• Eltern werden von den Schulen in ihrer Erziehungsarbeit unterstützt und erkennen die Bedeutung der Beziehungsarbeit für die Lernprozesse ihrer Kinder.

• Die Grundschulkinder werden in ihren Entwicklungs- und Lernprozessen von ihren Eltern, Lehrkräften und den Mitarbeitern im Ganztag professionell unterstützt.

Standorte

Kreis Gütersloh und Stadt Bielefeld

Projektlaufzeit

Fördermittel

231.140 Euro

Projektpartner

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