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Projektsteckbrief: Sprachcamps

Hintergrund

Das sichere Beherrschen der deutschen Sprache nimmt für den Bildungserfolg eine Schlüsselrolle ein. Sie ermöglicht es Kindern und Jugendlichen, ihre Bedürfnisse auszudrücken, sich Hilfe zu holen, in verschiedenen Schulfächern ihr Können zu zeigen bzw. Wissen zu erwerben, deutschsprachige Freunde zu finden und ein Zugehörigkeitsgefühl zu entwickeln.
Weil das Land Nordrhein-Westfalen die Bedeutung der Sprachkompetenz anerkennt, finanziert es den größten Teil
der Sprachcamps. Fehlende Mittel werden von der Stadt bzw. von Kommunen im  Kreis, der Bürgerstiftung Gütersloh sowie der Reinhard Mohn Stiftung bereitgestellt. Die Camps richten sich an Grundschulkinder mit Sprachförderbedarf aus dem Stadt- und Kreisgebiet Gütersloh und  finden regelmäßig in den Ferien statt.
Seit vielen Jahren wird das evaluierte Konzept der Sprachcamps in Ostwestfalen- Lippe (OWL) durch die Arbeiterwohlfahrt (AWO) umgesetzt. Die Sprachcamp-Pädagogen arbeiten in multiprofessionellen Teams, um die Sprachentwicklung der Kinder auf vielfältige Art und Weise zu fördern.

Entwicklungen

Seit dem Jahr 2005 setzt die Arbeiterwohlfahrt (AWO) als Träger und Ausrichter die Sprachcamps in Ostwestfalen um. Seitdem wurden 80 Camps in Ostwestfalen durchgeführt und etwa 6.000 Kinder gefördert, die zu Hause nicht Deutsch als Familiensprache sprechen.
Seit 2014 kooperieren die Stadt Gütersloh, die Bürgerstiftung Gütersloh und die Reinhard Mohn Stiftung mit der AWO bei der Durchführung der Sprachcamps. Einerseits ermöglicht die Kooperation, mehr Sprachcamps anzubieten. Andererseits verfolgen die Kooperationspartner das Ziel, das Sprachcamp-Konzept weiterzuentwickeln und es stärker an die Schulen anzubinden.
Die Lehrkräfte an den Grundschulen ermitteln die Schüler, die einen Sprachförderbedarf aufweisen, und melden sie für das Sprachcamp an. In Zusammenarbeit mit den Fachkräften im Ganztag motivieren sie die Eltern, der Anmeldung ihrer Kinder zuzustimmen. Bei Zusage geben die Lehrkräfte den festgestellten Sprachförderbedarf an die Pädagogen der Camps weiter, damit  diese  die  Kinder  möglichst  passgenau fördern können. Ein Sprachcamp findet für die Dauer von zwei Wochen in festen Gruppen mit je 20 Kindern statt. Es ermöglicht ihnen, gezielten Sprachunterricht während der Ferien fortzuführen. Dabei setzen die Pädagogen theater- und freizeitpädagogische Elemente zur Sprachförderung ein. Deshalb steht jedes Camp unter einem eigenen Motto, z. B. »Forscher und Entwickler« oder »Unterwasserwelten«. Die Kinder entwickeln z. B. gemeinsam ein Theaterstück  zum jeweiligen Thema. Dadurch stellen sie sofort den Anwendungsbezug des Erlernten her. Auch Themen wie »Freundschaft«, »gegenseitiger Respekt« und »Toleranz« werden automatisch vermittelt.
Nach dem Camp erhalten die Lehrkräfte eine Rückmeldung zur sprachlichen Entwicklung der Kinder.
Im Jahr 2018 wurden von der AWO  im Stadt- und Kreisgebiet Gütersloh fünf Camps in den Sommer- und Herbstferien ausgerichtet, an denen 220 Kinder teilgenommen haben.
Im Jahr 2018 wurde die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen der AWO bzw. den Sprachcamps und den Schulen evaluiert. Auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse wurde mit der Weiterentwicklung der Camps begonnen. Unter anderem sollen die Übergänge der Kinder von der Schule in die Camps und zurück besser begleitet werden. Im Jahr 2019 soll an der engeren und kontinuierlichen Anbindung der Sprachcamps an Grundschulen gearbeitet werden.

„Die Teilnahme am Sprachcamp ermöglicht Kindern, die ansonsten außerhalb der Schulzeit wenig Kontakt zur deutschen Sprache und Kultur haben, ein Eintauchen in unsere Gesellschaft und Sprache auf spielerische Weise. Sie kommen motiviert in die Schule zurück, können dem Unterricht besser folgen und leichter mit anderen Kindern kommunizieren. Zusätzlich gewinnen sie durch das Theaterspiel an Selbstvertrauen. So wird ein Schritt in Richtung Integration getan.“

(Heike Neef, Schulleiterin der Grundschule Kattenstroth)

Projekt

Sprachcamps

Zielgruppe

Grundschulkinder mit Deutsch-Sprachförderbedarf aufgrund des Migrationshintergrundes

Projektziel

• Mittels unterschiedlicher pädagogischer Elemente verbessern die Kinder ihre Sprachkompetenz.

• Die besseren Sprachkompetenzen unterstützen die Integration und die Bildungsbeteiligung u. a. durch eine verstärkte Beteiligung im Unterricht.

Standorte

Stadt und Kreis Gütersloh

Projektlaufzeit

Fördermittel

ca. 12.000 Euro pro Jahr

Projektpartner

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