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Projektsteckbrief: Soziales Lernen in der Grundschule

Hintergrund

Auffällig viele Kinder im Grundschulalter verfügen über keine oder nur geringe Fähigkeiten, sich an Regeln zu halten und Konflikte ohne Gewalt zu lösen. Diese Situation belastet das Familienleben, insbesondere aber das Klassen- und Schulklima und damit das Lernen in der Grundschule.
Das Projekt Soziales Lernen in der Grundschule richtet sich an Grundschulen. Ausgebildete Trainer, Eltern, Lehrkräfte und Kinder führen im Klassenverband regelmäßig Übungen und reflektierende Gespräche zum Sozialverhalten durch. Die Kinder lernen gegenseitige Rücksichtnahme, die Anerkennung ihrer eigenen Bedürfnisse sowie der der anderen Kinder. Die Trainings zielen darauf ab, Konflikten vorzubeugen und sie friedlich zu lösen. Darüber hinaus verbessern die Trainings das Klassenklima, stärken das Wirgefühl und lassen die Kinder Gemeinschaft erfahren. Die aktive Beteiligung der Eltern zeigt den Kindern, dass Schule und Eltern hinter den gleichen Werten stehen.

Entwicklungen

Im Jahr 2014 entschlossen sich der Evangelische Kirchenkreis Gütersloh, der Lions Club Gütersloh Teutoburger Wald und die Reinhard Mohn Stiftung, das Projekt Soziales Lernen in der Grundschule gemeinsam zu unterstützen. Bereits zuvor bestand das Soziale Lernen seit fast 20 Jahren im Kreis Gütersloh. Durch die Kooperationspartner wurden erstmals gemeinsame Qualitätsstandards für das Soziale Lernen eingeführt. Seit dem Beginn der zweiten Projektphase im März 2017 ist auch das Schulamt für den Kreis Gütersloh  Kooperationspartner.


Den Schulen wird empfohlen, mit der Umsetzung des Sozialen Lernens im zweiten Jahrgang zu beginnen. Für diese Klassen werden Eltern gewonnen, die sich verpflichten, das Soziale Lernen ehrenamtlich wenigstens für ein Schuljahr durchzuführen. Die Eltern werden ein Jahr lang durch einen Trainer begleitet. Sollten keine Eltern gewonnen werden, kann ein Trainer auch dauerhaft das Soziale Lernen anbieten. Die Finanzierung erfolgt im ersten Jahr durch das Projekt und danach durch die Schule.
Eltern, Lehrer, Trainer und andere Fachkräfte an Schulen können durch das Projekt regelmäßig beraten und gecoacht werden. Zusätzlich bietet das Projekt Workshops und Austauschrunden für die Trainer an.
Außerdem können Eltern, Trainer, Lehrkräfte, Schulleitungen und alle am Thema Interessierte am jährlichen Projekttag Soziales Lernen teilnehmen.


Die Schulen verpflichten sich, die gemeinsamen Qualitätsstandards einzuhalten. Zur Überprüfung führt das Projekt eine Supervision durch, indem eine Projektmitarbeiterin die teilnehmenden Schulen besucht.
Im Jahr 2018 wurden darüber hinaus zwei Schulen gewonnen, die über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren an der Verankerung des Sozialen Lernens im Schulprogramm arbeiten. Diese Schulen verstehen die Verankerung als Schulentwicklungsaufgabe. Es sollen alle Beteiligten (z. B. Lehrkräfte, Eltern, Schulleitung, das Personal im Ganztag, Trainer) einbezogen werden. Die im Schulentwicklungsprozess gewonnenen Erfahrungen der Schulen sollen allen anderen interessierten Schulen zur Verfügung gestellt werden.
Der Aspekt Schulentwicklung rückt zukünftig in den Mittelpunkt des Projekts und wird durch die Kooperationspartner besonders unterstützt.


Auf der Homepage www.soziales-lernen.org sind neben detaillierten Informationen zum Projekt auch die Trainer zu finden, die sich den Qualitätsstandards verpflichtet haben.

„Wenn das Gelernte aus den Einheiten des Sozialen Lernens auch in den Schulalltag übernommen wird, wenn die gleichen Regeln des sozialen Miteinanders auch im Unterricht und Ganztag gelten, dann entfaltet das Soziale Lernen sein ganzes Potenzial. So ist Schulentwicklung möglich.“ 

(Stephan Kern, Schulaufsicht Grundschulen, Schulamt für den Kreis Gütersloh) 

Soziales Lernen in der Grundschule - Projektvideo

Projekt

Soziales Lernen

Zielgruppe

Grundschulen im Bereich des Kirchenkreises Gütersloh sowie deren Schüler und Eltern

Projektziel

• Das Soziale Lernen wird an den Schulen dauerhaft etabliert.

• Schüler und Eltern verbessern ihre Sozial- bzw. Erziehungskompetenz.

• Die Kooperation zwischen Elternhaus und Grundschule erfolgt abgestimmt.

• Die im Sozialen Lernen erarbeiteten Werte und Regeln für das soziale Miteinander werden in den Schulalltag und Ganztag integriert.

• Die Schulen verankern das Soziale Lernen als Teil des Schulprogramms.

• Das Schul- und Lernklima verändert sich positiv.

Standorte

Grundschulen im Gebiet des Kirchenkreises Gütersloh

Projektlaufzeit

Fördermittel

123.400 Euro

Projektpartner

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