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Projektsteckbrief: Neugestaltung von Lernprozessen

Hintergrund

In den Bildungsgängen des berufsschulischen Übergangssystems stellt die zunehmend heterogene Schülerschaft besondere Anforderungen an einen erfolgreichen Unterricht. Hohe Abbruchquoten zeigen, dass der traditionelle Unterricht
für die meisten Schüler nicht der richtige Weg ist. Lehrer gelangen an ihre Grenzen und erleben den Unterricht als gesundheitliche Belastung.
Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, unterstützt die Reinhard Mohn Stiftung gemeinsam mit der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen und der Universität Paderborn das Projekt Neugestaltung von Lernprozessen (NeGeL). Es richtet sich an leistungsschwache Schüler in den Bildungsgängen des berufsschulischen Übergangssystems, die mithilfe des Konzepts Selbstorganisiertes Lernen (SOL) wieder Verantwortung für ihre Lernfortschritte übernehmen sollen. Die schüler- spezifische, bedarfsorientierte Entwicklungsarbeit gewinnt stark an Bedeutung. Die Lehrkräfte wechseln in die Rolle eines Lernbegleiters und sind dadurch in der Lage, ihre Schüler besser individuell zu fördern.
Während einer Erprobung am Erich- Gutenberg-Berufskolleg in Bünde hat das Konzept positive Resultate erzielt: Die Schulabbruchquote verringerte sich und die Motivation der Schüler und Lehrer stieg. Ziel der Kooperation ist es, die guten Erfahrungen aus Bünde auf das Reinhard-Mohn- Berufskolleg in Gütersloh und das Lüttfeld- Berufskolleg in Lemgo zu übertragen.

Entwicklungen 

Seit dem Jahr 2013 wurden auf der Grundlage des o. g. Konzepts neue Lehr- und Lernformen in die Bildungsgänge des Übergangssystems eingeführt und etabliert. Zusätzlich sind Instrumente zur Diagnose von Potenzialen der Schüler eingeführt worden. Durch diese Maßnahmen können die Schüler individueller gefördert werden und zeigen bessere Ergebnisse in ihrer Ausbildung. Der Transfer dieser neuen Lehr- und Lernformen in weitere Bildungsgänge der Schulen bildete einen Schwerpunkt der Projektarbeit im Jahr 2018.
Die Berufskollegs haben an der Adaptierung des Konzepts und dessen Etablierung in anderen Bildungsgängen gearbeitet.
Ebenso haben sie die Arbeit an ihren spezifischen Schwerpunkten und der nachhaltigen Etablierung der Maßnahmen, z. B. zu den Themen Lehrerlogbuch, Erweiterung der Methodenvielfalt und Gesundheitsförderung, fortgesetzt.
Im Rahmen der Abschlussveranstaltung im Juni 2018 wurden die durch das Projekt angestoßenen Entwicklungen von jedem Berufskolleg dargestellt und mit den Teilnehmern kritisch bilanziert.

„Die Fähigkeit zum selbstgesteuerten Lernen ist eine der fundamentalen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Einstieg in eine zunehmend digitalisierte Berufs- und Arbeitswelt. Seiner Zeit weit voraus hat das Projekt NeGel in diesem Sinne zukunftsweisende Impulse für die Schul- und Unterrichtsentwicklung am Reinhard-Mohn-Berufskolleg gegben."

(Michael Kintrup,Schulleiter Reinhard-Mohn-Berufskolleg) 

Projekt

Neugestaltung von Lernprozessen (NeGel)

Zielgruppe

Leistungsschwache Schüler in den Berufsgrundschuljahren (Übergangssystem)

Projektziel

• Durch die Einführung und Etablierung des Konzepts Selbstorganisiertes Lernen (SOL) sollen die Berufsschüler in die Lage versetzt werden, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, ihre Berufswahl kompetent zu treffen und den Übergang in den Beruf besser zu bewältigen.

• Lehrer sollen ihre Fachkompetenz (für Selbstorganisiertes Lernen) ausbauen und dabei ihre Gesundheit erhalten.

Standorte

Kreis Herford, Kreis Lippe, Kreis Gütersloh

Projektlaufzeit

Fördermittel

300.000 Euro

Projektpartner

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