Ein Schüler und eine Schülerin der Sekundarstufe, die an einem Projekt der Reinhard Mohn Stiftung teilnehmen

Reinhard Mohn Stiftung

Bildung hat eine Schlüsselfunktion für Kinder und Jugendliche

Im Jahr 2009 hat die Reinhard Mohn Stiftung ihre operative Tätigkeit aufgenommen und legt den Schwerpunkt ihrer Arbeit auf den Bereich Bildung. Bildung nimmt eine Schlüsselfunktion ein für die Chancen und Perspektiven von Kindern und Jugendlichen und damit für ihre gesellschaftliche Teilhabe. 

In Deutschland sind die Bildungschancen eng mit der sozialen Herkunft der Kinder und Jugendlichen verbunden. Einige Kommunen in Ostwestfalen-Lippe weisen höhere Werte im Bereich der Kinder- und Jugendarmut auf als der Landesdurchschnitt in NRW. Diese Situation hat einen erheblichen Einfluss auf die Bildungschancen und langfristigen Lebensperspektiven der betroffenen Kinder und Jugendlichen. Die Reinhard Mohn Stiftung fördert deshalb Bildungsprojekte in Ostwestfalen-Lippe. 

Eine besondere Herausforderung haben Kitas und Schulen zu bewältigen, deren Kinder und Jugendliche entweder sozial benachteiligt sind, in Sozialräumen mit wirtschaftlich schlechter Infrastruktur liegen oder extreme Unterschiede an Lernvoraussetzungen aufweisen. Die Kitas und Schulen müssen zum einen diese Nachteile auf mehreren Ebenen kompensieren. Zum anderen stellt sich ihnen die Aufgabe, bei sehr hoher Heterogenität ihre Kinder und Jugendlichen dennoch individuell zu fördern, um ihnen gute Bildungschancen zu ermöglichen. Kitas und Schulen können die aus dieser Situation resultierenden, vielfältigen Aufgaben nur bewältigen, wenn sie durch Staat, Kommune und Zivilgesellschaft unterstützt werden.

Bildung verbessert die Chancen und Perspektiven von Kindern und Jugendlichen in Ostwestfalen-Lippe

Die Reinhard Mohn Stiftung verfolgt das Ziel, die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen zu verbessern, unabhängig von ihrer Herkunft oder sozialen Lage. Als Hebel für Veränderungen werden die Ansätze über die Chancengerechtigkeit und Qualitätsverbesserung gesehen. Modelle, die diese Ansätze erfolgreich umsetzen, finden sich im In- und Ausland. Vorbilder für die Arbeit der Reinhard Mohn Stiftung sind insbesondere die Modelle der Schulbehörden in Toronto und Zürich. In diesen Städten ist es bereits gelungen, die herkunftsbedingten Leistungsunterschiede zwischen Kindern und Jugendlichen erkennbar zu reduzieren und Chancengerechtigkeit zu verwirklichen. Vergleichbare Ansätze mit ersten positiven Ergebnissen verfolgen in Deutschland u. a. die Städte Mülheim, Dortmund, Bremen und Freiburg. 

Beim Vergleich der Bildungskonzepte dieser Städte und Regionen lassen sich folgende Gemeinsamkeiten, nachfolgend Kategorien genannt, erkennen:

  • Individuell fördern: Zur Verbesserung der Bildungsqualität in Kitas und Schulen ist eine individuelle Förderung von grundlegender Bedeutung.
  • Gelingende Übergänge: Die Übergänge im gesamten Bildungssystem werden in den Blick genommen, sollen besser gelingen und Schülern ihren adäquaten Abschluss ermöglichen. 
  • Eltern beteiligen: Die Eltern werden aktiv in den Bildungsprozess eingebunden und beteiligt.
  • Gemeinsam bilden: Die Qualität des Kita, Schul-, bzw. Hort- und Ganztagsschulbetriebs wird durch die systematische Zusammenarbeit der Kompetenzen multiprofessioneller Teams (z.B. pädagogische Fachkräfte, Lehrkräfte, Psychologen, Förderschullehrkräfte, Vereinsmitarbeitern u.a.) entwickelt und gewährleistet.
  • Bildungsräume öffnen: Kitas und Schulen betreiben eine aktive Öffnung in ihren Sozialraum und kooperieren dort mit Partnern (Vereinen/Kirchen/Initiativen) und entsprechenden Abteilungen der kommunalen Verwaltung (z.B. Jugend- und Gesundheitsamt/Arbeitsagenturen). 
  • Daten nutzen: Die Steuerung der Ressourcen für die Unterstützung der Entwicklungsprozesse in Kitas und Schulen erfolgt auf der Grundlage von regelmäßig erhobenen Daten. 
  • Wege entwickeln: Die Kommunen, Schulen und Kitas verfügen über ein abgestimmtes Leitbild mit dem Ziel fairer Bildungschancen für alle Kinder und Jugendlichen inklusive der Identifizierung und Beseitigung von Barrieren. 

Die Projekte der Reinhard Mohn Stiftung lassen sich immer einer oder mehreren Kategorien zuordnen.

Bei der Umsetzung der Projekte werden die jeweiligen lokalen Voraussetzungen berücksichtigt, wie vorhandene Erfahrungen oder Maßnahmen, die sich bereits in der Umsetzung befinden. Das hat zur Folge, dass die Projekte in der Regel in Kooperation mit Partnern in der Region durchgeführt werden.  

Die Reinhard Mohn Stiftung fördert den Gütersloher Bildungsfonds.

http://www.bildungsfonds-gt.de/