Ein Schüler und eine Schülerin der Sekundarstufe, die an einem Projekt der Reinhard Mohn Stiftung teilnehmen

Reinhard Mohn Stiftung

In Deutschland hängt der Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen nachweislich stärker vom Elternhaus ab als in vielen anderen Ländern. Gleichzeitig zeigen Studien, z. B. der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ( OECD 2014, siehe Quellenangaben) und der Bertelsmann Stiftung (  2017), dass die Ausgestaltung des Bildungssystems starken Einfluss darauf hat, ob Kinder und Jugendliche gerechte Chancen im Bildungssystem erhalten (  Deißner 2013).

Gerechte Bildungschancen bedeuten, dass alle Kinder und Jugendlichen ihre Potenziale entfalten können – unabhängig von ihrer sozialen Herkunft. Die Reinhard Mohn Stiftung setzt sich dafür ein, dass dies in Ostwestfalen zunehmend möglich wird.

Neben den verbesserten Chancen und Möglichkeiten für die Kinder und Jugendlichen hat dieser Ansatz eine gesamtgesellschaftliche Relevanz. Unter anderem konnte der Wirtschaftsnobelpreisträger James Heckman (  2006;   Brinck 2013) in seiner Forschung zeigen, dass Bildungsprogramme für Kinder aus sozial herausforderndem Umfeld einen immensen volkswirtschaftlichen Nutzen erzeugen. Dieser Nutzen fällt umso größer aus, je früher die Förderung ansetzt. Heckman und sein Team berechneten, dass jeder Euro, der in frühkindliche Bildung für Kinder aus sozial herausforderndem Umfeld investiert wird, sieben Euro Gewinn für die Gesellschaft erwirtschaftet (  Heckman et al. 2010). Die Gründe liegen u. a. darin, dass diese Kinder öfter einen Schulabschluss erwerben und eine Ausbildung absolvieren. So finden sie häufiger den Weg in ein eigenständiges Leben und in Erwerbsarbeit.

Sowohl die Wirkungen für jedes einzelne Kind und jeden Jugendlichen als auch der volkswirtschaftliche Nutzen sind wichtige Gründe, sich für gerechtere Bildungschancen in unserer Gesellschaft einzusetzen. Die Reinhard Mohn Stiftung engagiert sich dafür.

Zur guten Ausgestaltung eines Bildungssystems gehören all die Kategorien, die unten genannt werden (  Nold 2010;   Schnitzlein 2013,   Bertelsmann Stiftung 2017).

Die Vision der Reinhard Mohn Stiftung ist, dass alle Kinder und Jugendlichen so gefördert und unterstützt werden, dass sie ihre Potenziale unabhängig von ihrer Herkunft bestmöglich entwickeln können.

Modelle und Projekte, die die Ziele der Qualitätsverbesserung und Chancengerechtigkeit erfolgreich umsetzen, finden sich im In- und Ausland. Vorbild für die Arbeit der Reinhard Mohn Stiftung ist insbesondere das Modell der Schulbehörden in Toronto und Zürich. Dort ist es bereits gelungen, die herkunftsbedingten Leistungsunterschiede zwischen Kindern und Jugendlichen erkennbar zu reduzieren. Vergleichbare Ansätze mit ersten positiven Ergebnissen verfolgen in Deutschland u. a. die Städte Mülheim, Dortmund, Bremen und Freiburg. Beim Vergleich der o. g. Konzepte, die in den genannten Regionen umgesetzt werden, lassen sich Gemeinsamkeiten, sogenannte Kategorien erkennen.

Die Reinhard Mohn Stiftung fördert den Gütersloher Bildungsfonds.

http://www.bildungsfonds-gt.de/