Jungs in einer Sporthalle mit Plastik-Hockeyschlägern, die am Projekt Toben macht schlau teilnehmen

  • Kita
  • Bildungsräume öffnen

Projektsteckbrief: Toben macht schlau (KiSS)

Hintergrund

Es ist nachgewiesen, dass Bewegung wichtig für das gesunde Aufwachsen von Kindern ist. Trotz dieses Wissens mangelt es in Kitas und Grundschulen häufig an qualifizierten Bewegungsangeboten. Insbesondere Kinder aus sozial benachteiligten Elternhäusern finden schwer Zugang zum Sport, da die materiellen und immateriellen Ressourcen dafür oft fehlen.
Damit möglichst viele Kinder einen gesicherten und langfristigen Zugang zu Bewegung, Spiel und Sport erhalten, muss die Zusammenarbeit zwischen Kitas, Grundschulen und Vereinen ausgebaut werden und dauerhaft angelegt sein. Um dies in Bielefeld zu erreichen arbeitet die Bielefelder Turngemeinde von 1848 e.V. mit der Reinhard Mohn Stiftung im Projekt Toben macht schlau zusammen.
Seit dem Projektbeginn im Jahr 2013 wurden Kooperationen mit sechs Kindertagesstätten und Familienzentren, einer Jugendhilfeeinrichtung, sieben Grundschulen sowie einer weiterführenden Schule geschlossen. Insgesamt konnten rund 2.200 Kinder an 143 Bewegungs-, Spiel- und Sportangeboten der Bielefelder Turngemeinde gefördert werden.

Entwicklungen

Im Jahr 2016 hat sich mit durchschnittlich 450 die Zahl der teilnehmenden Kinder stabilisiert. Diese Bilanz ist, auch wenn sich die Anzahl der Kooperationen mit den Kitas und Grundschulen von 14 auf 11 verringerte, positiv zu bewerten, zumal die Nutzung der Sporthallen wegen der Unterbringung von Geflüchteten zeitweise nicht möglich war.

Auch in diesem Jahr war es eine wichtige Aufgabe, Eltern und Erzieher in das Projekt einzubinden. Dies gelang einerseits durch Angebote wie Erste-Hilfe-Kurse oder den Workshop Stärkung der Väterrolle in Sportverein und Kita, die zusammen ca. 70 Personen erreichten. Anderseits wurden viele Interessierte durch Maßnahmen wie Flohmärkte mit einem Sportangebot für Kinder oder einen Schüler-Crosslauf angesprochen. An diesen Veranstaltungen haben ca. 2.000 Eltern und deren Kinder teilgenommen.

Ein zusätzlicher Arbeitsschwerpunkt lag im Jahr 2016 im regelmäßigen Erfahrungsaustausch zwischen der Bielefelder Turngemeinde und dem Kreissportbund Gütersloh (KSB), der das Projekt Qualität im Ganztag in Gütersloh umsetzt. Im Mittelpunkt des Austausches standen Fragen zur Zusammenarbeit zwischen Kitas bzw. Grundschule und Sportvereinen, zur finanziellen Sicherung der Angebote, zur Zusammenarbeit mit den Ganztagsträgern und zur zukünftigen Entwicklung der Vereinslandschaft.

An beiden Projektstandorten wurde deutlich, dass es zunehmend schwerer ist, qualifizierte, verlässliche und flexible Mitarbeiter auf Honorarbasis für diese Angebote zu finden. Die Finanzierungsfrage der Angebote in den Kitas, die keine Zusatzbeiträge von den Eltern erheben wollen beziehungsweise dürfen, wurde ebenso erörtert. Außerdem zeichnet sich ab, dass die Verfügbarkeit von Hallenkapazitäten grundsätzlich schwieriger wird, da immer mehr Schulen ein umfangreiches Ganztagsangebot schaffen wollen.
Ziel des zukünftigen Austausches wird es sein, die Erkenntnisse aus den fünf Projektjahren zu bündeln, ein Fazit zu ziehen und Interessierten zur Verfügung zu stellen.

     

Projekt

Toben macht schlau

Zielgruppe

Kinder im Alter von einem Jahr bis acht Jahren und deren Eltern (sozial benachteiligte Familien)

Projektziel

• Das gesunde Aufwachsen (körperliche, soziale und emotionale Entwicklung) von Kindern im Alter von einem Jahr bis acht Jahren wird durch eine qualitativ gesicherte und verlässliche Bewegungsförderung wohnortnah in Kitas und Grundschulen unterstützt.

• Das Konzept und die Strategie sollen in der Projektlaufzeit in Bielefeld ausgeweitet und in benachbarte Kreise transferiert werden. Auf diesem Weg werden bestehende Versorgungslücken für Bewegung, Spiel und Sport geschlossen und langfristig abgesichert.

Standorte

Stadt Bielefeld

Projektlaufzeit

Fördermittel

115.500 Euro

Projektpartner

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