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Projektsteckbrief: PReSch - Prävention von Rechenschwierigkeiten

Hintergrund

Kinder entwickeln von den ersten Lebensjahren an bis zum Zeitpunkt der Einschulung spielerisch beträchtliche mathematische Fähigkeiten. Diese betreffen z. B. das sichere Zählen sowie das beginnende Verständnis für Mengen und Mengenzerlegungen.
Vielen Kindern mangelt es allerdings an einem Umfeld, das das vorschulische Erlernen der mathematischen Grundfähigkeiten konsequent fördert. Eine wissenschaftliche Untersuchung aus dem Jahr 2011 belegt, dass jedes fünfte Kind im Grundschulalter fehlendes mathematisches Grundlagenwissen hat. Diese Kinder können oft schon in den ersten Grundschulklassen dem Unterricht nicht folgen und entwickeln teilweise später Rechenstörungen.

PReSch identifiziert und fördert Kinder mit fehlendem mathematischem Grundlagenwissen bereits im Übergang von der Kita in die Grundschule und wirkt, bevor Rechenschwächen auftreten. Das Projekt entstand auf Initiative der Regionalen Schulberatungsstelle der Stadt Bielefeld. Es basiert auf Erfahrungen eines Vorläuferprojekts, das Schüler mit Rechenschwächen förderte.

Entwicklungen

In dem gemeinsamen Projekt der Regionalen Schulberatungsstelle und dem Schulamt der Stadt Bielefeld, dem Schulamt und der Bildungs- und Schulberatung des Kreises Gütersloh und der Universität Bielefeld sollen durch eine flächendeckende Einführung des PReSch-Konzepts an allen Grund- und Förderschulen Mathematik unterrichtende Lehrkräfte auf diese Aufgabe vorbereitet werden.
Seit dem Jahr 2014 wurden jährlich 15 bis 45 Lehrkräfte fortgebildet. Die Fortbildung wurde von der Universität Bielefeld entwickelt und von qualifizierten Moderatoren durchgeführt.

In den Veranstaltungen lernen die Lehrkräfte, Erstklässler mit fehlenden mathematischen Grundfähigkeiten zu diagnostizieren und sie in Kleingruppen von bis zu vier Schülern einmal wöchentlich passgenau zu fördern. Zur Diagnose nutzen die Lehrkräfte das Elementar-Mathematische-Basis-Interview (EMBI). Im Jahr 2016 nahmen 38 Lehrkräfte aus 30 Schulen in Bielefeld und Gütersloh an den Fortbildungen teil. Bisher wurden insgesamt 125 Lehrkräfte aus 68 Grundschulen im Projekt PReSch fortgebildet.

Im Februar 2016 fand zum ersten Mal mit großer Resonanz ein Fachtag PReSch statt. Im Verlauf des Fachtags tauschten sich die bereits fortgebildeten sowie interessierte Lehrkräfte, die noch nicht an PReSch teilgenommen haben, aus.

Mit der Evaluation der Wirkungen von PReSch hat die Universität Bielefeld im Schuljahr 2015/16 begonnen. Bereits jetzt lässt sich feststellen, dass die Lehrkräfte einen deutlichen Kompetenzzuwachs bei sich verzeichnen – sowohl für die Diagnose der Kinder als auch für die qualifizierte Förderung. In der Vergleichsstudie zeigt sich, dass sich die geförderten Kinder in allen vier Bereichen des EMBI (Zählen, Stellenwerte, Addition und Subtraktion sowie Multiplikation und Division) deutlich verbessert haben. Darüber hinaus bewirkt PReSch an vielen Schulen eine Konzeptentwicklung für weitere Fördermaßnahmen im Fach Mathematik. PReSch leistet somit auch einen Beitrag zur Schulentwicklung.

In Zukunft sollen sogenannte PReSch-Werkstätten eingerichtet werden, in denen sich Lehrkräfte über Diagnose und Förderung informieren und austauschen können.

Projekt

PReSch - Prävention von Rechenschwierigkeiten

Zielgruppe

Erstklässler der 66 Grund- und Förderschulen im Kreis Gütersloh sowie der 48 Grund- und Förderschulen in der Stadt Bielefeld mit schwach entwickelten mathematischen Fähigkeiten, Lehrkräfte, die an diesen Schulen Mathematik unterrichten

Projektziel

• Alle Erstklässler im Kreis Gütersloh und der Stadt Bielefeld werden auf fehlende mathematische Vorläuferkompetenzen getestet und im Anschluss passgenau durch ihre Lehrkräfte gefördert.

• Die Schüler erlangen ein Kompetenzniveau, das ihnen eine erfolgreiche Schullaufbahn ermöglicht.

• Die Mathematik-Lehrkräfte im Einzugsgebiet sind flächendeckend fortgebildet.

• Eltern erhalten Hilfen, um ihre Kinder in alltäglichen Situationen im Rechnen zu fördern, und wenden diese an.

• Am Ende der Projektlaufzeit sollen weniger als 19,3 Prozent der Schüler o. g. Defizite aufweisen.

Standorte

Kreis Gütersloh und Stadt Bielefeld

Projektlaufzeit

Fördermittel

139.860 €

Projektpartner

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