Ein Teilnehmer zeigt sich begeistert über seine Teilnahme im Projekt Neugestaltung von Lernprozessen.
Zeichnung eines Werkstücks und Schiebelehre als typisches Handwerkzeug der Teilnehmer im Projekt Neugestaltung von Lernprozessen
Ein Instrukteur leitet einen Teilnehmer im Projekt Neugestaltung von Lernprozessen bei der Inspektion eines Motorblocks an.

  • Sekundarstufe II
  • Indivduell fördern

Projektsteckbrief: Neugestaltung von Lernprozessen

Hintergrund

In den Bildungsgängen des berufsschulischen Übergangssystems stellt die zunehmend heterogene Schülerschaft besondere Anforderungen an einen erfolgreichen Unterricht. Hohe Abbruchquoten zeigen, dass der traditionelle Unterricht für die meisten Schüler nicht der richtige Weg ist. Lehrer gelangen an ihre Grenzen und erleben den Unterricht als gesundheitliche Belastung.
Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, unterstützt die Reinhard Mohn Stiftung gemeinsam mit der Unfallkasse NRW und Universität Paderborn das Projekt Neugestaltung von Lernprozessen (NeGeL). Es richtet sich an leistungsschwache Schüler in den Bildungsgängen des berufsschulischen Übergangssystems, die mithilfe des Konzepts Selbstorganisiertes Lernen (SOL) wieder Verantwortung für ihre Lernfortschritte übernehmen sollen. Die schülerspezifische, bedarfsorientierte Entwicklungsarbeit gewinnt stark an Bedeutung. Die Lehrkräfte wechseln in die Rolle eines Lernbegleiters und sind dadurch in der Lage, ihre Schüler besser individuell zu fördern.
Während einer Erprobung am Erich-Gutenberg-Berufskolleg in Bünde hat das Konzept positive Resultate erzielt: Die Schulabbruchquote verringerte sich und die Motivation der Schüler und Lehrer stieg. Ziel der Kooperation ist es, die guten Erfahrungen aus Bünde auf das Reinhard-Mohn-Berufskolleg in Gütersloh und das Lüttfeld-Berufskolleg in Lemgo zu übertragen.

Entwicklungen

Seit dem Jahr 2013 werden auf der Grundlage des o. g. Konzepts neue Lehr- und Lernformen in die Bildungsgänge des Übergangssystems eingeführt, z. T. erheblich verändert und etabliert. Zusätzlich sind Instrumente zur Diagnose von Potenzialen der Schüler eingeführt worden. Durch diese Maßnahmen können die Schüler individueller gefördert werden und zeigen bessere Ergebnisse in ihrer Ausbildung. Der Transfer dieser neuen Lehr- und Lernformen in weitere Bildungsgänge der Schulen bildete einen Schwerpunkt der Projektarbeit im Jahr 2016.
Um den unterschiedlichen Entwicklungsständen in den Berufskollegs zu entsprechen, wurden die Unterstützungsangebote für die Schulen durch die wissenschaftliche Begleitung noch spezifischer zugeschnitten. Gleichzeitig wurde daran gearbeitet, den Austausch der Schulen zu grundsätzlichen Fragen zu betreiben.   
Ende des Jahres 2016 wurden die Lehrkräfte und Schüler befragt. Die Ergebnisse werden im Jahr 2017 vorliegen. Zum Ausbau der Evaluationskompetenz, die den langfristigen Einsatz der entwickelten Fragebögen unterstützen soll, hat die wissenschaftliche Begleitung den beteiligten Schulen Workshops und Fortbildungsreihen angeboten.
Eine besondere Herausforderung war die Einführung der neuen kompetenzorientierten Bildungspläne im Jahr 2016, die für alle Fächer umgesetzt und mit den neuen Lehr- und Lernformen verbunden werden musste.
Um einen vertieften Einblick in das Projekt zu geben und die Wirkung des NeGeL-Konzepts anschaulich darzustellen, wurde im September im Lüttfeld-Berufskolleg Lemgo ein Video gedreht, das auf den Webseiten der Partner zu finden ist.
In der zukünftigen Zusammenarbeit liegt der Fokus weiterhin auf der eigenständigen Entwicklung der Projektschulen. Das Konzept Selbstorganisiertes Lernen wird in Richtung einer stärkeren Akzentuierung selbstregulierender Lernprozesse weiterentwickelt und an die standortspezifische Situation in den Schulen angepasst.

Projekt

Neugestaltung von Lernprozessen (NeGel)

Zielgruppe

Leistungsschwache Schüler in den Berufsgrundschuljahren (Übergangssystem)

Projektziel

• Durch die Einführung und Etablierung des Konzepts Selbstorganisiertes Lernen (SOL) sollen die Berufsschüler in die Lage versetzt werden, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, ihre Berufswahl kompetent zu treffen und den Übergang in den Beruf besser zu bewältigen.

• Lehrer sollen ihre Fachkompetenz (für selbstorganisiertes Lernen) ausbauen und dabei ihre Gesundheit erhalten.

Standorte

Kreis Herford, Kreis Lippe, Kreis Gütersloh

Projektlaufzeit

Fördermittel

300.000 Euro

Projektpartner

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