Ansicht des Eingangs der Hauptschule Nord in Gütersloh
Schüler und Arbeitsgruppenleiter im Projekt Individuell fördern
Teilnehmer des Schülerprojekts Individuell fördern an der Hauptschule Nord Gütersloh

  • Sekundarstufe I
  • Indivduell fördern

Projektsteckbrief: Heterogenität und individuelle Förderung

Hintergrund

Die Leistungsfähigkeiten der Schüler an der Hauptschule Nord der Stadt Gütersloh variieren stark. Dies ist unter anderem dadurch bedingt, dass die Schule inklusiv arbeitet und Integrationsschule für Flüchtlingskinder ist. Nicht selten befinden sich unter den Kindern einer Klasse hochbegabte Schüler und solche mit Förderbedarf. Für die Lehrkräfte ist es eine Herausforderung, diese Heterogenität zu bewältigen und die Schüler individuell zu fördern.
Hier setzt das Projekt Heterogenität und ndividuelle Förderung an. Für die Kernfächer wurden Kompetenzprofile entlang der Lehrpläne bis hin zum Jahrgang 10 erarbeitet und Methoden zur individuellen Förderung entwickelt. Darüber hinaus ist eine Software eingeführt worden, mit der die Kompetenzen für alle Kernfächer in allen Jahrgangsstufen auf einer Datenbankbasis erfasst werden können. Die Klassen- und Fachlehrer halten regelmäßig die Entwicklung der Schüler fest und geben in kurzen Intervallen eine Rückmeldung zu den Entwicklungsständen.
Die Reinhard Mohn Stiftung unterstützt das Projekt gemeinsam mit dem Gütersloher Schulamt und dem Bildungsbüro. Ziel ist es, die große Ungleichheit durch die individuelle Förderung zu bewältigen und die Leistung der Schüler zu verbessern, damit diesen ein Schulabschluss gelingt. Zudem sollen weniger Schulabbrecher, mehr gelingende Berufsübergänge und weniger Absentismus innerhalb der Schülerschaft erreicht werden.
Die Entwicklung einer Bildungsdokumentation wurde zunächst in zwei Jahrgangsstufen erprobt und seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Bei der Entwicklung der Software wurde das schulspezifische Förderkonzept mit den Kompetenzverständnissen in den Fächern verknüpft.

Entwicklungen

Einen wichtigen Schritt stellen die Weiterentwicklung der Bildungsdokumentation und die Etablierung im nächsten Jahrgang in der Hauptschule sowie die damit einhergehende Beteiligung fast aller Lehrkräfte dar.
Eine zentrale Rolle nimmt die Entwicklung des fächerbezogenen Kompetenzverständnisses ein. Die Lehrkräfte haben diese weiterentwickelt und in das digitale Tool zur Bildungsdokumentation übertragen.
Dieses Tool wurde in Zusammenarbeit mit der Schulleitung um weitere Funktionen ergänzt. Ziel ist es, dass Lehrkräfte und Schüler die Bildungsdokumentation zur Evaluation, Reflexion und Steuerung ihres Unterrichts und Lernverhaltens nutzen.
An der Hauptschule wurden bereits jetzt schon wertvolle Erfahrungen mit dem Einsatz einer digitalen Bildungsdokumentation gewonnen. Der derzeit im Einsatz befindliche Prototyp soll technisch professionalisiert und weiterentwickelt werden. Dabei stehen insbesondere die Verknüpfung zu anderen Plattformen und eine bessere mobile Nutzung im Vordergrund. Weil im Jahr 2016 mehrere Schulen Interesse an der Bildungsdokumentation gezeigt haben, wird am Transfer an andere Schulen der Sekundarstufe I unter Federführung der Schulaufsicht gearbeitet.
Im Jahr 2016 wurde die letzte Erhebung der wissenschaftlichen Begleitforschung (Befragungen der Schüler und des pädagogisch tätigen Personals) durchgeführt. Erste Ergebnisse zeigen, dass sowohl die Förderung als auch die Integration der Schüler gelingt. Die angestrebte Verknüpfung des schuleigenen Förderkonzepts in Form von Förderbändern und regelmäßigen Feedbackgesprächen zum Lernfortschritt auf Grundlage der Bildungsdokumentation scheint die anvisierten Wirkungen zu erzielen.

Projekt

Heterogenität und individuelle Förderung

Zielgruppe

Schüler mit sehr unterschiedlicher Leistungsfähigkeit

Projektziel

• Integration von Schülern mit Migrationshintergrund (ca. 85 Prozent).
• Individuelle Förderung von Schülern mit besonderem Förderbedarf (ca. 30 Prozent).
• Verbesserung von Leistungen und Abschlüssen; weniger Schulabbrecher und mehr gelingende Berufsübergänge sowie weniger Absentismus.

Standorte

Kreis Gütersloh

Projektlaufzeit

Fördermittel

170.000 Euro

Projektpartner

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