10/25/2014  |  Pressenews

Wir-Gefühl stärkt das Klassenklima: Projekttag "Soziales Lernen" im Kreishaus

Bild vom Projekttag zum Sozialen Lernen im Kreishaus Gütersloh
Projekttag mit Workshops: Im Kreishaus Gütersloh wurde Soziales Lernen präsentiert.

"Hervorragend", so die knappe Zusammenfassung einer Pädagogin. Gemeinsam mit rund 80 weiteren Aktiven aus Schule, Sozialarbeit und Elternschaft hat sie sich vor wenigen Tagen im Kreishaus Gütersloh zu einem Projekttag getroffen. 

Thema war das "Soziale Lernen": In einer wöchentlichen Schulstunde üben Grundschulkinder gewaltfreie Konfliktlösungsmöglichkeiten und emphatisches Miteinander ein. So stärken sie das Wir-Gefühl und verbessern das Klassenklima. Sechs Workshops gaben praktische Anregungen und vermittelten Hintergrundwissen. "Ich bin selber über meine Kinder vor mehr als zehn Jahren mit dieser Arbeit in Berührung gekommen", erzählte Heike Schlingplässer-Dotzki. Die Arbeit mit den Schulklassen hat die Mutter derart überzeugt, dass sie sich zur Deeskalationstrainerin fortgebildet hat. Am Samstag stellte sie neue Spiele und Übungen vor. "Ich bin überrascht über die große Resonanz", so Rüdiger Bockhorst. Der Vertreter der Reinhard Mohn Stiftung referierte über Finanzierungsmöglichkeiten des Sozialen Lernens. "Der Bedarf an einer gemeinsam getragenen Schulentwicklung scheint groß zu sein. Hier können wir von der Stiftung helfen."

Das Soziale Lernen in der Stadt und dem Kreis Gütersloh gibt es seit 1994, Träger ist der Evangelische Kirchenkreis Gütersloh. Seit einem Jahr leisten der Lions Förderverein Gütersloh-Teutoburger Wald und die Reinhard-Mohn-Stiftung Unterstützung. Vertreter beider Organisationen nahmen an dem Projekttag teil.

Die Workshops vom Vormittag ergänzte am Nachmittag ein Vortrag des Diplom-Psychologen Martin Lemme. Unter dem Titel "Stärke statt Macht" berichtete er von Fällen, in denen Eltern in der Kindererziehung hilflos werden. Lemme warb dafür, dass Eltern ihren Kindern mit Liebe und Geborgenheit einen "Ankerplatz" bieten, ohne Zwang auf sie auszuüben. Aus dieser Haltung heraus könne es zu Veränderungen kommen. "Wir sind sehr zufrieden", so Pfarrer Ulrich Melzer, der den Tag für den Evangelischen Kirchenkreis organisierte. "Insbesondere hat sich der Tag als Austauschforum für Interessierte und Aktive bewährt", sagte Melzer.

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