06/03/2015  |  Pressenews

Reinhard Mohn Stiftung in der ostwestfälischen Bildungslandschaft fest verankert

Foto mit Christoph Mohn anlässlich der Pressekonferenz der Reinhard Mohn Stiftung zum Jahresbericht 2014
Christoph Mohn präsentiert den Jahresbericht 2014 der Reinhard Mohn Stiftung vor Vertretern der Presse.

Reinhard Mohn Stiftung in der ostwestfälischen Bildungslandschaft fest verankert

Christoph Mohn: Soziale Herkunft darf nicht über Bildungschancen entscheiden

Gütersloh - Die Reinhard Mohn Stiftung ist gut fünf Jahre nach Aufnahme ihrer operativen Tätigkeit in der ostwestfälischen Bildungslandschaft fest verankert. „Inzwischen erreichen wir mit unseren elf Bildungsprojekten in Zusammenarbeit mit insgesamt 80 Kitas, Schulen und Berufskollegs rund 10.000 Kinder und Jugendliche in den Kreisen Gütersloh, Bielefeld, Paderborn, Herford und Lippe“, sagte Vorstandsvorsitzender Christoph Mohn bei der Vorstellung des aktuellen Jahresberichts. Seit Aufnahme der operativen Tätigkeit bis zum 31.12.2014 wurden für die Projekte ca. 1,1 Millionen Euro aufgewandt. 

Die Reinhard Mohn Stiftung beabsichtigt, ihre gemeinnützige Arbeit auch künftig auf Ostwestfalen zu konzentrieren und ihre Bildungsinitiativen weiter auszubauen. „In Deutschland sind die Bildungschancen immer noch eng mit der sozialen Herkunft der Kinder und Jugendlichen verbunden“, sagte Mohn. „Trotz einer starken Wirtschaft gilt das leider auch für unsere Region.“ So weisen einige Kommunen in Ostwestfalen-Lippe höhere Werte im Bereich der Kinder- und Jugendarmut auf als der Landesdurchschnitt in Nordrhein-Westfalen. Diese Situation habe erhebliche Auswirkungen auf die Bildungschancen und langfristigen Lebensperspektiven der betroffenen Kinder und Jugendlichen.

Kindertagesstätten und Schulen könnten ihren Bildungs- und Erziehungsauftrag nur dann gut erfüllen, wenn sie durch den Staat, die Kommune und die Zivilgesellschaft unterstützt würden, sagte Mohn. Denn der Einfluss des Elternhauses auf den Bildungsverlauf liege immer noch bei über fünfzig Prozent. Dass es möglich sei, diesen Einfluss zu verringern oder von der sozialen Herkunft abzulösen, zeigten Schul-Systeme im In- und Ausland. Als Vorbilder nannte er Toronto und Zürich aber auch deutsche Städte wie Mülheim, Dortmund und Freiburg leisteten hervorragende Bildungsarbeit.

In einer vernetzten Bildungslandschaft wie in Ostwestfalen müssten die Verantwortlichen noch mehr auf die Übergänge zwischen den Bildungseinrichtungen achten. Das zeige sich beispielhaft an einem neuen Projekt der Stiftung: „PReSCH - Prävention von Rechenschwierigkeiten“.

Wissenschaftliche Untersuchungen aus dem Jahr 2011 belegen, dass jedes fünfte Kind im Grundschulalter über keine ausreichenden mathematischen Fähigkeiten verfügt. Die Forschung hat in den letzten Jahren aber auch zeigen können, dass Kinder, die eine Rechenstörung entwickeln, für gewöhnlich deutlich früher, nämlich im Übergang Kita-Grundschule, identifiziert werden können. Das PReSch-Projekt verfolgt den präventiven Ansatz, Kinder, die ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Rechenschwierigkeiten haben, schon zu Beginn des ersten Schuljahres zu erkennen. Sie sollen in Kleingruppen gefördert und durch die Grundschulzeit begleitet werden, um so die Ausbildung von Rechenschwäche-Symptomen zu verhindern. 

In dem gemeinsamen Projekt mit der Stadt Bielefeld, dem Kreis Gütersloh und der Universität Bielefeld sollen durch eine flächendeckende Einführung des PReSch-Konzeptes an allen Grund- und Förderschulen Mathematik unterrichtende Lehrkräfte auf diese Aufgabe vorbereitet werden.

Zu den bislang geförderten Initiativen der Reinhard Mohn Stiftung gehört das Kita-Projekt „Toben macht schlau“ in Zusammenarbeit mit der Bielefelder Turngemeinde. Im Primar-Bereich wird ein Projekt zur besseren Abstimmung über Erziehungskonzepte zwischen Lehrern und Eltern an Gütersloher und Bielefelder Grundschulen gefördert. Weitere Projekte im Grundschulbereich sollen das Soziale Lernen und die Sprachkompetenz von Schülern verbessern. 

Im Bereich der Sekundarstufe I soll mit dem Projekt „Familienklasse Paderborn“ der Schulverweigerung oder dem Schulabbruch entgegen gewirkt werden. An der Hauptschule Nord in Gütersloh werden Konzepte erarbeitet, wie Schüler mit unterschiedlichen Begabungen stärker individuell gefördert werden können. 

Im Bereich der Sekundarstufe II können Schüler am Evangelisch Stiftischen Gymnasium in Gütersloh mit finanzieller Unterstützung der Reinhard Mohn Stiftung  ein internationales Abitur (International Baccalaureate) erwerben. Mit einem weiteren Projekt an Berufskollegs in Gütersloh, Bünde und Lemgo werden neue Unterrichtsformen erprobt, um die leistungsschwächeren Schüler in den Berufsgrundschuljahren individuell zu fördern und die Anzahl der Schulabbrüche deutlich zu verringern. 

PDF Download: Jahresbericht der Reinhard Mohn Stiftung 2014

Rückfragen an:
Rüdiger Bockhorst,
Telefon 05241-8041825;
ruediger.bockhorst@reinhard-mohn-stiftung.de