02/14/2013  |  Pressenews

Reinhard Mohn Stiftung fördert Projekt zur gesunden Entwicklung in Bielefeld

Start des Projekts Toben macht schlau der Reinhard Mohn Stiftung in Bielefeld
Reinhard Mohn Stiftung fördert Projekt zur gesunden Entwicklung an Bielefelder Kitas und Grundschulen: Vorstandsvorsitzender Christoph Mohn und Karl-Wilhelm Schulze besiegeln den Kooperationsvertrag mit der Kindersportschule. Fotograf: Veit Mette, Bielefeld

Gütersloh, 14. Februar 2013. Die Reinhard Mohn Stiftung fördert erstmals ein Bildungsprojekt in Bielefeld. Künftig wird sie die Kindersportschule (KiSS) der Bielefelder Turngemeinde beim Ausbau von Ganztagsangeboten an Schulen und beim Transfer auf andere Vereine in der Region unterstützen. Der Vertrag für das Kooperationsprojekt wurde jetzt von Karl-Wilhelm Schulze, Vorsitzender der Bielefelder Turngemeinde, und Christoph Mohn, Vorstandsvorsitzender der Reinhard Mohn Stiftung, unterzeichnet. 

Obwohl das Bewusstsein für die Bedeutung frühkindlicher Bewegung in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen deutlich zugenommen hat, mangelt es immer noch an der Qualität und dem Umfang der Angebote. Daher ist die systematische Zusammenarbeit mit Turn- und Sportvereinen besonders wichtig. In der Stadt Bielefeld nehmen derzeit rund 500 Kinder im Vorschulalter an Bewegungs-, Spiel- und Sportangeboten der KiSS teil. Rund 250 Kinder werden in den Kooperationsprojekten mit Kindertageseinrichtungen, Grund- und weiterführenden Schulen betreut. 

Doch inzwischen hat die Kindersportschule ihre Kapazitätsgrenzen erreicht. Bei insgesamt 18 Angeboten gibt es bereits Wartelisten. Zusätzlich existiert im gesamten Stadtgebiet ein Bedarf von geschätzt 750 Plätzen für Kinder im Vorschulalter. Hier setzt das gemeinsam Projekt an. Nach und nach sollen die guten Erfahrungen an den bisherigen Standorten von KiSS auf weitere Kitas und Grundschulen übertragen werden. Das Projekt ist so aufgebaut, dass es für interessierte Vereine und Verbände aus Nachbarkreisen als Vorbild dienen und entsprechend transferiert werden kann. Dafür fehlten jedoch bisher die finanziellen und personellen Ressourcen. 

„Ich freue mich, dass wir einen Beitrag für das gesunde Aufwachsen von Kindern leisten können“, sagte Christoph Mohn bei der Vertragsunterzeichnung. „Gerne unterstützen wir in Bielefeld den Ausbau der KiSS-Standorte an Kitas und Grundschulen sowie den Transfer in weitere Kreise Ostwestfalens in den kommenden fünf Jahren.“ 

„Bewegung, Spiel und Sport in der staatlich verantworteten Ganztagsbetreuung an Schulen und Tageseinrichtungen für Kinder ist zur Zeit ein Topthema im organisierten Sport“, sagte Karl-Wilhelm Schulze, Vorsitzender der Bielefelder Turngemeinde. „Wir, die Turn- und Sportvereine, stehen vor großen Herausforderungen, wenn wir als Bildungspartner wahrgenommen werden wollen. Umso mehr freue ich mich, dass wir mit Unterstützung der Reinhard Mohn Stiftung ein Modell entwickeln können, das eine nachhaltige und qualitätsgesicherte Angebotsstruktur durch die Vereine ermöglicht.“ 

Die Kindersportschule (KiSS) der Bielefelder Turngemeinde orientiert sich an einem erprobten Konzept, das mit dem Ziel entwickelt wurde, der steigenden Bewegungsarmut der Kinder in unserer Gesellschaft entgegenzuwirken. Ein Team von qualifizierten Sportfachkräften, Pädagogen sowie von Übungsleitern und Menschen im freiwilligen sozialen Jahr (FSJ) unterrichten und betreuen die Kinder in der KiSS nach einem qualitativ gesicherten Lehrplan. 

Bewegung, Spiel und Sport im Vorschulalter sind kindliche Entwicklungsbereiche, die in den letzten Jahren in den Sportwissenschaften, der Entwicklungspsychologie und Pädagogik an Bedeutung gewonnen haben. Um sich gesund zu entwickeln, muss ein Kind die Chance haben, sich angemessen zu bewegen. Kinder mit eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten zeigen häufig motorische Defizite und eine negative Entwicklung ihrer Persönlichkeit. Studien belegen zudem, dass insbesondere Kinder aus sozial benachteiligten Elternhäusern schwer Zugang zu den Bewegungs-, Spiel- und Sportangeboten finden. Daher ist es wichtig, diesen Kindern und ihren Eltern einen möglichst einfachen Zugang zu Bewegung, Spiel und Sport zu ermöglichen – ob im Sportverein, der Kita oder der Schule.